Aschermittwoch

Sie meinen es sei zu spät für Aschermittwoch? Das sei doch schon vor einer Woche gewesen?
Manchmal denke ich ein wenig mehr Aschermittwoch wäre nicht schlecht.

So ein Unsinn höre ich.
Da könnten wir ja auch Ostern, oder Weihnachten oder …. den Geburtstag von Onkel Theodor öfters feiern. Nun Onkel Theo würde den Unterschied sowieso nicht mehr merken, den Doppelkorn anlässlich seines Geburtstages aber gerne trinken … aber Aschermittwoch?

Nein, ich brauche wirklich nicht unbedingt jemand, der mir Asche aufs Haupt streut, aber einen nachdenklichen Moment?

Ich finde in unser aller täglichen Leben sind die nachdenklichen Momente rar geworden.
Das Innehalten.
Das Nachdenken über das, was vergeht.
Über das, was wert ist erhalten zu werden
Über das, was wir gemeinsam neu schaffen sollten.

Ich war letzten Aschermittwoch in der Münchner Frauenkirche; es gibt dort eine fabelhafte Veranstaltung: den Aschermittwoch der Künstler.

Kunstprojekt zum Aschermittwoch

Kunstprojekt zum Aschermittwoch

Meistens präsentiert eine Gruppe junger Künstler eine avantgardistische Installation und der Münchner Erzbischof serviert dazu eine traditionelle Predigt.

Dieses Jahr versuchten die jungen Kunstschaffenden eine Kirche aus Glas darzustellen, sie thematisierten auf wunderbare Weise die Fragilität dieses Lebewesens Kirche.

Ist unsere Haut schon so dünn, sind die Mauern unserer Kirche so fragil, dass wir dem Zerspringen nah sind?

Sollte man in dieser Zeit wirklich nur Schokolade oder Alkohol aufgeben?
Oder vielleicht Gott für sich selbst neu entdecken in Gebet oder Meditation?
Kraft finden … der Hektik des Alltags ein wenig entfliehen.

Kunstprojekt zum Aschermittwoch

Kunstprojekt zum Aschermittwoch

Früher war zwar nicht alles besser, aber vieles verlässlicher, las ich kürzlich bei Gabor Steingart.
Die Welt drehte sich zwar, aber sie rotierte nicht ständig.
Das Leben war zwar kein langer, ruhiger Fluss, aber auch kein permanenter Ausnahmezustand.

Vielleicht ist unsere Haut ja auch deshalb so dünn geworden.

Nutzen wir die „Fastenzeit“ um uns zu entschleunigen.
Nutzen wir die „Fastenzeit“ dem Sinn unseres Lebens nachzuspüren.

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