Alte Liebe / Ye old Fairground

Doch, die Auer Dult ist eine alte Liebe von mir. Ursprünglich war es ein Markt für Händler, Handwerker, Bauern … für all jene, die keinen Zugang zur Stadt München hatten. Sie mussten ihre Waren vor den Toren der Stadt verkaufen.

Heute ist die Auer Dult eine der letzten Ur-Münchner Institutionen. Ein Platz, wo sich das alte München, das neue München, die Alteingesessenen und die Zugezogenen, die Hiesigen und die Touristen treffen.

Eine Mischung aus Haushaltswarenmarkt, Trödelmarkt, Bierzelt, Schaustellerbuden …

Dult 1

Dult 1

Das alles im milden Licht einer herbstlichen Sonne …

Nein, wirklich … man kann dort zauberhafte Momente erleben. So manches, was ich heute gesehen habe und fotografiert habe, kann ich hier nicht publizieren, denn Kinderbilder ….

Begeisterung auf der Schiffsschaukel … ein glückliches Lächeln mit Zuckerwatte …

Fast wie die Begeisterung von alt und jung am Kettenkarussell … oder die Begeisterung der Älteren bei einer Maß Bier und einem Steckerlfisch.

Es war ein wenig, als wäre die Zeit stehen geblieben.
Es war ein wenig, als wenn es da keinen Montag mit all seinen Terminen gäbe.

Dult 2

Dult 2

Sollten wir nicht öfters mal die Zeit anhalten?
Oder zumindest verlangsamen?
Das Jetzt genießen?
Den Schimären des 21. Jahrhunderts nicht nachjagen?

Das hätte doch was, oder?

—-

It is indeed an old love of mine.

Munich’s “Auer Dult” was a market for traders who couldn’t afford the access to the city itself and had to sell their stuff outside the city limits. Today this market takes place three times a year and is a mixture of household goods, all sorts of second hand stuff and … a fairground.

An old-fashioned one.

I was able to take some priceless shots, depicting smiles on a swingboat or a chairoplane.

It was a bit, as if the time stood still.

As if the now, the right now, was transcended to what we often call the old days.

As if there was no Monday, with all it’s appointments.

Dult 3

Dult 3

Maybe we should try to stop time.
At least from time to time.
Or try to slow down.

Enjoy the moment in time.

Wiesnnachlese / Curtains …

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mich hier über dieses ehedem bayerische Nationalbesäufnis verbreiten soll. Heute ist es ja eher zu einem internationalen Circus geworden … Ich gebe gerne zu, dass ich noch in den achtziger Jahren gerne und häufig Gast auf diesem Volksfest der ganz besonderen Art war und ich erinnere mich gut, wie es Angesichts der Ausstellungen „Bayerischer Nationalrausch“ im Münchner Stadtmuseum eine riesige Aufregung gab. Das könne man doch so nicht sagen .. das gehe doch gar nicht … das seien doch alles Einzelfälle.

Wenn die damaligen Leserbriefschreiben nur gewusst hätten, was ihnen so ab Anfang der Neunziger Jahre alles ins Haus steht.

Ich war am letzten Freitag mit zahlreichen Gästen aus Polen in einem der großen Zelte. Die meisten, die aus Anlass des Jubiläums einer Städtepartnerschaft in Bayern waren, fühlten sich wohl, mit den Bedienungen ließ sich scherzen, sie wirkten nicht zu gestresst und unsere polnischen Gäste kannten mehr des dort üblichen Liedgutes, als wir deutsche.

Oktoberfest 1

Oktoberfest 1

Interessant zu beobachten war zum einen der heute vorherrschende „Dresscode“, die Pseudotracht, die dort jeder und jede trägt. Billige karierte Hemden, Lederhosen die sich bei der ersten ernsthaften Belastung wahrscheinlich in ihre Bestandteile auflösen und Dirndl, die alle ein wenig zu heiß gewaschen wirken. Als ich da noch regelmäßig verkehrte, hatte man sich als Junge oder junger Mann definitiv ins abseits gestellt, wenn man in der Krachledernen auftauchte. Man war offensichtlich ein Landei.

So ändern sich die Zeiten. Wie philosophierte der anwesende Bürgermeister, der deutschen Partnergemeinde: Auf diese Art und Weise werden alle gleich und so ist das Miteinander einfach einfacher.

Nun, vielleicht hat er ja gar nicht so unrecht. Ich kann ihm allerdings nur empfehlen beim Besuch der Wiesn nach 22 Uhr Sicherheitsschuhe zu tragen, sonst könnte es sein, dass er sich die Fußsohlen an den Unmengen von Glasscherben zerschneidet. Die Wiesn hat eben auch ihre dunklen Seiten.

Ein Resümee? Ich gehe immer noch gerne auf die Wiesen; zwischen 10 und 11 in der früh, wenn sie noch frisch wirkt, wenn die Sonne scheint, vielleicht um eine Semmel mit Ochsenfleisch zu essen oder gar eine Maß zu trinken, wenn ich am Nachmittag keine Termine habe. Und ich würde sehr gerne einmal ein Wiesnzelt fotografisch begleiten – vom ersten Spatenstich, über viele fröhliche Gesichter, zahlreiche Abstürze, bis zum Abbau. Vielleicht ergibt sich ja mal etwas.

In der Zwischenzeit rufe ich meinen Leserinnen und Lesern zu: erwartet euch bitte kein bayerisches Volksfest, wenn ihr auf die Wiesn kommt, aber wenn ihr Spaß an einer großen Party habt, seid ihr hier richtig.

Oktoberfest 2

Oktoberfest 2

Definitely Curtains.

You don’t know which? Now come on, you must have heard that the biggest party in world just ceased for another year.

The Oktoberfest is over.

Good God. Finally my underground train will cease smelling of beer any time after 5 p.m. … you think this is he worst possible slander about the world’s most popular Volksfest (loosely translated festival of the people) ?

I’m not so sure.

I had the chance to take a closer look, while accompanying a group of Polish visitor who had, admittedly, a great time. We went for about four hours over midday, the place was packed but the music wasn’t too loud and my Polish friends happened to know the songs played a lot better than me. Well then, pop, austro pop and the seventies have never really been my thing. I stick with Bach and the odd really good Jazz Combo.

Oktoberfest 2

Oktoberfest 2

Nevertheless it was funny to watch all the boys in their “Lederhosen” and all the girls in their “dirndl”, which apparently had been washed slightly too warm 🙂 When I was in my twenties, wearing traditional dress to the Oktoberfest, all but marked you as a country bumpkin.

The mayor present speculated wearing the same dress might make people more equal and hence they feel better. Perhaps …

Still, when you come later to the “Wiesn”, the “meadow” as the Munich people call this fest, make sure you wear proper shoes, otherwise you might cut your feet from all the broken glass lying around.

I do still enjoy going there, around 10:30 in morning when everything and everybody is still fresh and crisp, getting myself a steak sandwich and maybe even a “Mass” if I don’t have appointments in the afternoon.

Many years ago we had an exhibition in Munich titled “Bavarian National Intoxication”, okay, it sounds better in German “Bayerischer Nationalrausch”, causing a tremendous public outcry. If only we had known what was ahead 🙂

However, if you like a good party, have a purse full of money, and enjoy the usual beer too many, come back next year. This year, after all, only 6.7 million litres of the hops based stuff was drunk 🙂