Oktober – Freiraum

Ein Mädchen in einem Kettenkarussell, herbstliche Bäume im Hintergrund. Es schaut lächelnd nach unten – zu den Eltern, Geschwistern oder Großeltern – man sieht es nicht.

Freiraum

Freiraum

Abheben, Abstand von der Welt, dem Alltag, den Anforderungen, Ansprüchen und dem Eingebunden sein bekommen und aus einer Distanz darauf schauen erfordert oft mehr als nur Schwindelfreiheit.
Nach einem ersten Durchschnaufen, wie man hier in Bayern sagt, merkt man, dass viel mehr passiert:
Mit dem Abstand ändert sich auch der Blick auf mich, meine eigene Welt, meinen Alltag und meine Rolle. Mit zunehmender Distanz erscheint manches in einem anderen Licht, durch das Erkennen von Zusammenhängen wird einiges klarer, manches auch kleiner und unwichtiger.

Zum Spektrum meiner beruflichen Tätigkeiten gehört auch die Leitung von Klausuren, in denen die TeilnehmerInnen Abstand zu den alltäglichen Mühlen, in denen sie arbeiten, gewinnen. Aktivitäten, Jahrespläne und Aufgaben werden auf den Prüfstand gestellt, es wird abgewogen, was noch zeitgemäß und sinnvoll ist; von Überholtem heißt es Abschied nehmen. Das ist alles andere als leicht – es erfordert Mut, mit den Enttäuschungen und Unsicherheiten derer umzugehen, die von den Änderungen betroffen sind. Es erfordert auch Mut, sich selbst zu verändern, etwas sein zu lassen und Freiräume für Neues zu schaffen. Freiräume, die vielleicht auch erst mal leer bleiben.

FREI-RAUM ist freie Zeit,

in der man erspüren kann, was einem wichtig ist,
was man bewegen wollte,
was man bewegt hat und auch,
was einen wirklich bewegt.

Nutzen wir die Zeit der Jahrmärkte und Volksfeste wie der Münchner Auer Dult, steigen wir ein in das Kettenkarussell, lassen uns den Wind um die Nase wehen und gönnen wir uns Freiraum vom Alltag.

Gastbeitrag von Dorothea Elsner zum Jahreskalender 2014. Den vollständigen Kalender finden Sie unter http://www.thomasmichaelglaw.com