Food

Ich weiß, mein letzter Blog war ein wenig depressiv. Das könnte ohne weiteres so weiter gehen. Jeden morgen, wenn ich die FAZ digital öffne (deren neue Werbeeinblendungen mir im übrigen gewaltig auf den Keks gehen) könnte man einen depressiven Blog nach dem nächsten schreiben. Erinnert sich noch jemand an Tschechows Gesetz (schreibt man den auf Deutsch überhaupt so)? Tschechow schrieb dereinst wenn eine Pistole im ersten Akt auftaucht, dann geht sie spätestens im dritten los. Bleibt die Frage, wann der dritte Akt von Trumps Präsidentschaft beginnt. Andererseits: Rom hat auch Nero überlebt. Asche hat auch etwas …

Aber ich wollte ja eigentlich über etwas völlig anders schreiben.
Food Photography.
So nennen das zumindest meine voll professionellen Kollegen, die sich damit beschäftigen Essen in Szene zu setzten.

Peperoncini – © 2017 Thomas Michael Glaw

Die Idee darüber zu plaudern kam mir, als ich eben jene Peperoncini heute Mittag auf meinem Balkon erntete. Mich befiel ein wenig die Melancholie aus Rilkes Herbsttag. Sie erinnern sich?

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen lesen lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Es ist ein großes Glück in dieser Jahreszeit nicht allein zu sein.

Aber zurück zu unserem Thema Essen. Mir hat Kochen schon immer Vergnügen bereitet. Ich habe es von meiner Großmutter gelernt (meine Mutter hat viele Talente, kochen gehört nicht dazu) und später immer wieder hospitiert. Ich koche wirklich gerne. Mich inspiriert es Neues zu schaffen und nachdem ich nicht begabt und/oder diszipliniert genug bin, es auf dem Feld der Kunst oder der Musik zu schaffen habe ich mir die Küche vorgenommen.

Auberginen – © 2017 Thomas Michael Glaw

Wenn ich das Lächeln auf den Gesichtern meiner Gäste sehe, macht es mich wirklich glücklich. Warum ich es bisher nicht fotografiert habe? Ich fand professionelle Food Photography in Magazinen immer sterbenslangweilig. Egal ob in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich. Man versuchte stets irgendwelche arrivierten Köche (in letzter Zeit auch Köchinnen, obwohl für mich die einzig ernst zu nehmende Lea Linster bleibt) in Szene zu setzten. Das hat durchaus seine Berechtigung in der Werbefotografie. Die Ergebnisse auf dem Gebiet der Speisen fand ich jedoch überwiegend öde. Die Aufgabe für ein StartUp Essen künstlerisch in Szene zu setzten erwies sich jedoch als überaus spannend.

Artischoken – © 2017 Thomas Michael Glaw

Die Möglichkeiten mit Licht und Schatten, mit unterschiedlichen Tiefenschärfen zu spielen finde ich fast so spannend wie das Kochen. Obwohl es zugegebenermaßen bisweilen ein wenig in Stress ausartet. Warum? Haben Sie schon mal ein drei- oder fünfgängiges Menü für sechs Personen gekocht, versucht erstklassige Produkte kreativ auf den Tisch des Hauses zu bringen und diese nebenbei auch noch interessant und ansprechend zu fotografieren? Nein? Versuchen Sie es einmal. Spannend ist es auf alle Fälle.

Aber das stimmt so nicht. Es ist mehr als spannend. Beides inspiriert einander, auch wenn man sich das als Außenstehender nur schwer vorstellen kann. Kochen hat auch viel mit der Kunst der Präsentation zu tun, jeder Restaurateur wird ihnen das bestätigen. Das Auge isst mit und ich genieße  das „wow“ meiner Gäste wenn das Gericht aufgetragen wird mindestens ebenso wie das „wow“ nach den ersten Bissen.

Conciglie – © Thomas Michael Glaw

Was wir da so genau machen können sie auf dieser Website verfolgen. Vielleicht bekommen Sie ja Appetit und folgen der Inspiration.

Bon appétit.

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