età

Don Alphonso, geschätzter Blogger in der FAZ, beschreibt in seinem Beitrag diese Woche einen alten Mann, der ganz langsam den Oberbuchberg hochgeht, langsam aber stetig.

Langsam aber stetig.

Generationen

Generationen

Ich bin morgen bei einer reizenden und überaus agilen Dame zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen. Leider werde ich nicht gehen können, denn ich habe Verpflichtungen in München. Wir waren vergangenes Wochenende gemeinsam in Polen, um an einer kulturellen Partnerschaft zwischen zwei Städten zu feilen – erfolgreich hoffentlich.

Mich lässt der Gedanke des Alterns seit dem nicht los.

Im italienischen gibt es ganz verschiedene Begriffe für das deutsche Wort „Alter“: anzianità, età, vecchiaia – jeder beschreibt etwas anderes, vom Alter gemessen in Jahren, über das Lebensalter (oder das Zeitalter) bis hin zu dem „Alter“, das man gemeinhin mit einem hohen Lebensalter assoziiert.

Alter

Alter

Als Fotograf faszinieren mich die Linien, die der große Buchdrucker in unsere Hände, unsere Gesichter, unsere Haut eingräbt um uns alle miteinander daran zu erinnern, dass das Alter, um mit Johann Sebastian Bach zu sprechen, eine Krankheit ist, mit der wir alle geboren werden.

Was bedeutet älter werden in einer Gesellschaft, die nur mehr auf Werte schielt, die mit Jugend assoziiert werden? Heißt es, dass man sich ab 50 zum Affen machen muss und den Trends hinterher laufen, die von der Generation 16 + vorgelebt werden.?

Nun, ich glaube nicht. Alles hat seine Zeit. Älter werden geht einher mit dem Sammeln von Erfahrungen. Es geht einher mit Narben, mit Lachfältchen, mit vielem und vielen, die man zurücklassen musste … aber es geht auch einher mit einem großen Vertrauen in die Zukunft. Vielleicht nicht in Deutschland, wo man Gläser traditionell eher halb leer als halb voll betrachtet …

Wenn ich an meine Jubilarin und, in gewissem Umfang an mich selbst denke, muss ich gestehen, dass das Glas eher voll ist. Zu einem großen Bestandteil hat man es selbst in der Hand, was man aus seinem Leben macht. Es gibt eigentlich keine Ausrede, außer der Bequemlichkeit, sich nicht neuen Herausforderungen zu stellen, nicht doch den Menschen zu treffen, mit dem man glaubt, mehr erreichen zu können, nicht doch einen Schlussstrich zu ziehen unter Gewohnheiten, die noch nie besonders zuträglich waren, aber doch einfach mitgenommen wurden.

Natürlich werden die Linien weiter gegraben. Aber ob es Lachfalten werden oder die Falten, die eine griesgrämige Existenz auf ihrem Weg in die Bedeutungslosigkeit begleiten, liegt allein in unserer Hand.

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Vielleicht wird es ja doch ein warmer Sommer.
Vielleicht hält der geliebte Mensch ja doch eine Umarmung bereit.

Vielleicht weisen die Mundwinkel ja doch nach oben.
🙂

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2 Gedanken zu “età

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