Pending

Jeder, der einmal in der englischsprachigen Welt gearbeitet hat, wird diesen Korb kennen. Er steht neben dem In-Tray und dem Out-Tray.

Pending.

Es ist etwas, das darauf wartet bearbeitet zu werden. Es hängt nicht von etwas ab, es ist nicht „depending“, oder doch? Man weiß es nicht. Ich habe diese pending Körbe mein ganzes Leben lang gehasst. Vielleicht auch verachtet. Warum hing da irgendetwas in der Luft rum? Warum konnte man es nicht gleich lösen?

Ich neige dazu, Probleme direkt anzugehen. Mein Großmutter pflegte zu sagen, wenn man einem Problem in die Augen sieht, läuft es meistens davon. Das funktioniert überraschend oft. Selbst wenn man, wie ich, mit britischer Höflichkeit und Geduld gesegnet ist. Die Erkenntnis eines Problems ist oft schon die halbe Lösung.

Pending hingegen heißt einfach: da wartet etwas darauf erledigt zu werden. Oft heißt es allerdings auch, wir müssen auf jemand anderen warten.

Öfter als man denkt heißt es jedoch: wähle.

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Verborgenes

Wir haben immer die Wahl. „Sekt“ oder „Selters“ um es populistisch zu formulieren. „Gut“ oder „schlecht“, „richtig“ oder „falsch“ … manchmal ist eine falsche Entscheidung besser als gar keine. In meiner Erfahrung sind pending cases Fälle, die sich über Jahre hinziehen; Fälle, in denen man kein Iota weiterkommt. Es ist oft das Schlimmste, was einem passieren kann.

Es können auch persönliche „Fälle“ sein, in denen man nicht weiterkommt.

Manchmal lohnt es sich allen Mut zusammen zu nehmen, den gordischen Knoten zu durchtrennen, ein Problem hinter sich zu bringen, vielleicht mit Tränen in den Augen zurückzublicken, aber es einfach vom Tisch zu haben.

Bisweilen jedoch lohnt es sich auch zu warten. Bis das Eis schmilzt. Bis die Realität, die hinter Emotionen verborgen war, wieder sichtbar wird. Manchmal macht es sogar Sinn, den Prozess genau zu beobachten und daraus zu lernen.

Mir ging es ähnlich, als ich die langsam schmelzenden Ränder einer dicken Schneeauflage an meiner Terrasse betrachtete. Eigentlich weiß ich, was der Schnee freigeben wird. Aber ist das, was wir sehen, auch wirklich das, was ist?

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